
Naturschutzgebiet
Hackelsberg | Jois


Das Naturschutzgebiet liegt nördlich des Neusiedler Sees auf dem gleichnamigen Hackelsberg (192 m). Gemeinsam mit dem benachbarten Jungerberg gehört dieser zum alpin-karpatischen Gebirgsbogen und ist aus kristallinem Gestein mit vereinzelt hervortretenden Kalkfenstern aufgebaut. Durch die zum Teil starke Hangneigung und Windexposition kommt es zu einer geringen Bodenentwicklung mit einer an diese Bedingungen angepassten Vegetation.
Im Kuppenbereich sind über basischen Böden Pannonische Rasensteppen mit Walliser Schwingel (Festuca valesiaca) ausgebildet. Typisch ist hier das Vorkommen von Österreichischem und Pontischem Wermut (Artemisia austriaca, A. pontica) sowie von attraktiven Blütenpflanzen: Zwerg-Schwertlilie (Iris pumila), Illyrischer Hahnenfuß (Ranunculus illyricus) und Trauer-Nachtviole (Hesperis tristis). Auf sauren, durch Nährstoffauswaschungen entstandenen Böden dominieren Erd-Segge (Carex humilis) und Furchen-Schwingel (Festuca rupicola). Neben Moosen und Rentierflechten wachsen hier säureliebende Arten wie der Heide-Ginster (Genista pilosa). Auf den Felsaustritten sind Felstrockenrasen mit Österreichischer Schwarzwurz (Scorzonera austriaca) und Hügel-Knäuel (Scleranthus verticillatus) ausgebildet. Der seeseitig steil abfallende Hang ist von einem Flaumeichen-Buschwald mit niedrigwüchsiger Flaum-Eiche (Quercus pubescens) und Feld-Ulme (Ulmus minor) geprägt. Hier sind Färberkamille (Cota tinctoria), Ungarische Hundszunge (Cynoglossum hungaricum), Pracht-Königskerze (Verbascum speciosum) und Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus) zu finden.
Das Lebensraummosaik schafft ideale Bedingungen für eine vielfältige Insektenwelt. So sind hier einige seltene Heuschreckenarten anzutreffen, beispielsweise Felsgrashüpfer (Omocestus petraeus), Schwarzfleckiger Grashüpfer (Stenobothrus nigromaculatus) oder Große Plumpschrecke (Isophya modestior). Außerdem ist das Gebiet für seinen Reichtum an Tag- und Nachtfaltern mit über 1.000 nachgewiesenen Arten bekannt. Dazu zählen Rotbindiger Samtfalter (Arethusana arethusa), Segelfalter (Iphiclides podalirius), Weißer Waldportier (Brintesia circe) und Roter Scheckenfalter (Melitaea didyma).

HINWEIS
Helfen Sie mit, dieses Naturjuwel für die nächsten Generationen zu bewahren.
Bleiben Sie auf den Wegen und betreten Sie nicht die sensiblen Wiesenflächen. Viele geschützte Pflanzenarten reagieren empfindlich auf Trittschäden und werden vor Blühbeginn leicht übersehen. Im Schutzgebiet leben auch seltene Tierarten, die einen störungsfreien Rückzugsraum benötigen. Bitte unterlassen Sie daher lautes Musikhören oder sonstige Lärmentwicklung. Außerdem bitten wir um kurze Aufenthalte, da Schutzgebiete keine Naherholungsgebiete, sondern Rückzugsorte für Flora und Fauna sind.
Wir danken für Ihre Unterstützung!
VERHALTENSREGELN
Bitte bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen, führen Sie Hunde an der kurzen Leine und unterlassen Sie Reiten, Radfahren sowie das Fliegen mit Drohnen oder Modelflugzeugen!

Arten- und Lebensraumvielfalt






