Naturschutzgebiet Jungerberg | Jois

Naturschutzgebiet

Jungerberg | Jois

Das kleine Naturschutzgebiet liegt nördlich des Neusiedler Sees auf dem 217 Meter hohen Jungerberg. Eingebettet zwischen Weingärten beherbergt es Reste einst ausgedehnter Hutweideflächen sowie eines Flaumeichenwaldes (Quercus pubescens), der ursprünglich das gesamte Gebiet bedeckte. Im Kuppenbereich schließt ein aufgeforsteter Schwarzföhrenbestand (Pinus nigra) an die Trockenrasenflächen an, der das Erscheinungsbild des Jungerberges prägt und ihm im Volksmund den Namen „Tannenberg“ verliehen hat. Gemeinsam mit dem benachbarten Hackelsberg ist er Teil des alpin-karpatischen Gebirgsbogens, welcher aus kristallinem Gestein und vereinzelten Kalkablagerungen aufgebaut ist.

Der westseitige, flach abfallende Hang ist von einer Pannonischen Rasensteppe bewachsen. Diese niedrigwüchsige Vegetation wird von schmalblättrigen Gräsern wie Walliser Schwingel (Festuca valesiaca), Erd-Segge (Carex humilis) und Pfriemengras (Stipa capillata) aufgebaut. Dazwischen wachsen bunt blühende Pflanzen, beispielsweise Schwarze Wiesen-Küchenschelle (Pulsatilla pratensis subsp. nigricans), Schopf-Milchstern (Ornithogalum pannonicum), Weinberg-Traubenhyazinthe (Muscari neglectum), Böhmischen Gelbstern (Gagea bohemica) und Ginster-Leinkraut (Linaria genistifolia). An vereinzelten Stellen, dort wo das Ausgangsgestein an die Oberfläche tritt, sind Felstrockenrasen ausgebildet. Diese Extremstandorte sind von kurzlebigen Arten wie Schmalfrüchtigem Hungerblümchen (Draba verna), Büschel-Miere (Minuartia rubra) oder Dillenius-Ehrenpreis (Veronica dillenii) charakterisiert.

In der offenen Vegetation leben die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) und viele an die Trockenheit angepasste Heuschrecken – darunter die Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata), die Graue Beißschrecke (Platycleis grisea) und der Schwarzfleckige Grashüpfer (Stenobothrus nigromaculatus). Die sonnenexponierten Bereiche werden von Äskulapnattern (Zamenis longissimus) und Östlichen Smaragdeidechsen (Lacerta viridis) für ein Sonnenbad genutzt. Darüber hinaus finden hier viele Tagfalter einen geeigneten Lebensraum vor, beispielsweise Goldgelber Magerrasen-Zwergspanner (Idaea aureolaria), Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus), Roter Scheckenfalter (Melitaea didyma) oder Kleiner Perlmuttfalter (Issoria lathonia).

HINWEIS

Helfen Sie mit, dieses Naturjuwel für die nächsten Generationen zu bewahren.

Bleiben Sie auf den Wegen und betreten Sie nicht die sensiblen Wiesenflächen. Viele geschützte Pflanzenarten reagieren empfindlich auf Trittschäden und werden vor Blühbeginn leicht übersehen. Im Schutzgebiet leben auch seltene Tierarten, die einen störungsfreien Rückzugsraum benötigen. Bitte unterlassen Sie daher lautes Musikhören oder sonstige Lärmentwicklung. Außerdem bitten wir um kurze Aufenthalte, da Schutzgebiete keine Naherholungsgebiete, sondern Rückzugsorte für Flora und Fauna sind.

Wir danken für Ihre Unterstützung!

VERHALTENSREGELN

Durch eine starke Freizeitnutzung werden die sensiblen Trockenrasen beeinträchtigt. Bitte bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen, führen Sie Hunde an der kurzen Leine und unterlassen Sie Picknicken im Gebiet!

Arten- und Lebensraumvielfalt